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Landesverband Rheinland-Pfalz
Mitglied im Landesmusikrat Rheinland-Pfalz


Die Rheinpfalz, 27.Februar 2002

Seltenes Engagement

Ehrenkonzert für Klaus Kronibus in der Alsenzhalle Alsenborn

Im Zeitalter zunehmender Individualisierung haben künstlerisch herausragende Persönlichkeiten mit Gemeinschaftssinn wie Klaus Kronibus ausgesprochenen Seltenheitswert: Kronibus stellte als Musikpädagoge, Chorleiter, Spiritus Rector des Alsenborner Akkordeonorchesters sowie bei repräsentativen und organisatorischen Aufgaben des Pfälzischen Sängerbundes und beim Landesverband des Deutschen Harmonika Verbandes sein Können und seinen unermüdlichen Einsatz vorbildlich in den Dienst des Gemeinschaft und Gesellschaft.

Ein Konzert anlässlich der Berufung von Kronibus zum Ehrenvorsitzenden im Landesverband des Deutschen Harmonika Verbandes in der Alsenzhalle Alsenborn präsentierte - wenn man so will - auch mit seinem Akkordeon-Orchester Alsenborn und seinen vielen, in die Kulturarbeit eingeflossenen Initiativen und Direktiven das Lebenswerk eines verdienstvollen, unermüdlichen Idealisten. Der künstlerische Aufschwung der Akkordeon-Orchester in den letzten Jahrzehnten basiert beispielsweise auf solchen Pionierleistungen, wie sie Kronibus mitgestaltete, er gründete beispielsweise 1986 das Landesakkordeon-Orchester. Dynamische Interpreten wie der künstlerische Leiter des Jugendakkordeon-Orchesters des DHV Rheinland-Pfalz, Wolfgang Wagner, bauen auf diesem Grundstein auf. Wagner stellte mit dem Landes-Jugend-Akkordeonorchester minutiös ausgefeilte und filigran ausgearbeitete Interpretationen von Originalkompositionen (Mohr, Haag) und stilistisch angemessene Bearbeitungen konzertanter Literatur wie die Ouvertüre von Auber vor.

Wagner ist ein junger, aufstrebender Dirigent, der unbedingt inspirieren, mitreißen und mit eindringlicher Zeichengebung fesseln kann. Unter seiner eindringlichen Stabführung gelangen dem glänzend disponierten Orchester sehr wirkungsvoll aufgebaute, detailliert und stringent ausgeformte Aufführungen, die den Nerv der kompositorischen Aussage trafen und die orchestrale Akkordeon-Musik von ihrer schönsten und schillerndsten Seite zeigten. Wohl dem, der einen Akkordeon-Virtuosen wie Ralf Bethke hat, der in nahezu allen Stilbereichen für den treffenden Tonfall sorgt und sich als melodisches Schwungrad für das Künstler-Ehepaar Ekaterina (Sopran) und Harald (Bariton) Kronibus erwies, die er wieder zu musikalischen Höchstleistungen anspornte und für die er auch eigen als sogenanntes "Rossini-Trio" arrangiert. Im Duett (aus Mozarts "Zauberflöte" und beim populären "Katzenduett") zeigten sich erste gute Ansätze, die allerdings bei einer russischen Volksweise (Harald Kronibus) und dem italienischen Lied "Funiculi..." (Ekaterina Kronibus) noch übertroffen wurden. Weniger opernhafte Drastik und gestalterische Intensität und mehr liedhafte Schlichtheit und stimmliche Ausgeglichenheit bewirken allerdings mitunter mehr an musikalischem Ausdruck.

Im zweiten Teil des Konzertes brillierte das Akkordeon-Orchester Alsenborn unter Klaus Kronibus mit der sinfonischen Dichtung "Finlandia" von Jean Sibelius und der irischen Suite von Matyas Seiber.
Professor Hellmuth Mahling, Präsident des Landesmusikrates, würdigte in seiner Laudatio die Verdienste von Kronibus und beschrieb auch den künstlerischen Aufschwung der Akkordeonmusik.

Von unserem Mitarbeiter: Reiner Henn